Koi: majestätische Gartenteichbewohner

Geschichte

Nishikigoi, der japanische Name für Koi, werden manchmal auch einfach Farbkarpfen genannt, da sie die farbige Variante des Karpfen (Cyprinus carpio ggf. auch Cyprinus rubrofuscus) darstellen. Die Koi, wie wir sie heute kennen und in unseren Gartenteichen bewundern, stammen ursprünglich aus Japan, die Herkunft ihrer Vorfahren hingegen ist nicht eindeutig geklärt.

Nach der letzten großen Eiszeit lebte die Stammform der Karpfen in den Zuflüssen von Schwarzem Meer, Kaspischem Meer, Ochotskischem Meer und Aralsee und umfasste damit ein Gewässersystem von der Donau über Sibirien bis nach China.

Die erste schriftliche Erwähnung der Koi in China liegt weit über 2000 Jahre zurück – aber nicht als Zierfisch, sondern als Speisefisch. Gleichwohl galten die Koi bzw. Karpfen auch damals in China bereits als Symbolfisch, denn zur Geburt des ersten Sohnes des Philosophen Konfuzius erhielt dieser einen solchen und nannte ihn Kong Li, was Farbkarpfen bedeutet und symbolisch für Stärke steht. In Japan wurden Koi bzw. farbige Karpfen dann erst im 2. Jahrhundert nach Christus an kaiserlichen Höfen als Zierfische gehalten.

Im 17. Jahrhundert dienten sie vor allem in der japanischen Region Niigata als Speisefisch, um die mangelnden Nahrungsmittelvorräte in den hartnäckigen und langen Wintern aufzubessern. Erst Anfang des 19. Jahrhunderts kommen die ersten richtigen Farbvarianten ins Spiel, bei denen man anfangen konnte, vom „Koi“ zu reden, wie wir es heute gewohnt sind. Unter anderem wurden dann auch deutsche Spiegelkarpfen in Japan eingekreuzt, sodass die ersten „Doitsu“-Varietäten entstanden. Durch die offizielle Vorstellung der Koi bei der prestigeträchtigen Taisho Ausstellung in Tokio im Jahr 1915 gewann die Koi-Zucht mehr Aufmerksamkeit. Als sich die Verhältnisse nach Ende des 2. Weltkriegesin den 50er Jahren wieder normalisiert hatten, setzte der Trend, Koi als Zierfische zu halten und zu züchten, wieder ein. Kurz darauf erfolgten auch die ersten Lieferungen in die USA und nach Europaund die prachtvollen Koi eroberten dann den gesamten Globus.

Lebensraum Wasser – Worauf ist zu achten?

Teichbau:

Die Lage und der Bau eines Teiches sollten gut geplant sein. Ein optimales Teichvolumen beträgtbei ausreichender Technik mindestens 1 – 3 m³ pro Koi, die optimale Teichtiefe zwischen 1,5 und max. 2,5 m. Der Koiteich sollte sicherlich in der Sonne liegen, damit die Farbenpracht der Koi auch richtig zur Geltung kommt,allerdings ist selbstverständlich auch für genügend Schattenplätze zu sorgen.

Wasserqualität:

Das Wasser sollte möglichst unbelastet sein und die beste Wasserqualität aufweisen, damit die Koi auch die besten Chancen haben, nicht durch schlechte Umweltbedingungen primär oder sekundär zu erkranken. Am wohlsten fühlen sich Koi bei warmen Wassertemperaturen. Für den Winter versteht es sich von selbst, dass der Teich ausreichend frostsicher sein muss. Wichtige Werte wie z.B. Ammoniak, Nitrit, Karbonathärte oder auch der pH-Wert sollten regelmäßig überwacht werden. Eine ausreichende Karbonathärte garantiert unkritische pH-Werte und sollte möglichst nicht unter 3°dH fallen, da sonst sehr schnell die Gefahr besteht, dass der pH-Wert instabil wird. Hinsichtlich der Größe und der Besetzung des Teiches sollte eine passende Teichfilteranlage ausgewählt werden, um sich dauerhaft an gesunden Fischen erfreuen zu können. Selbstverständlich gehören auch Teilwasserwechsel im Koiteich zu den notwendigen Pflegemaßnahmen, wobei besonders der Teilwasserwechsel mit Bodengrundentschlammung im Herbst als Wintervorbereitung auf keinen Fall fehlen sollte.

Pflege während der Jahreszeiten:

Herbst

Der Herbst ist bei der Koihaltungderwichtigste Zeitraum im Jahresverlauf, denn nur die richtige Teich- und Koipflege als Wintervorbereitung garantieren eine problemlose Überwinterung und einen gesunden Start ins Frühjahr. Im Herbst sollten eingewehtes Laub und abgestorbene Wasserpflanzen entfernt werden, sowie beim Teilwasserwechsel möglichst eine Bodengrundentschlammung vorgenommen werden, um z.B. eine hohe organische Wasserbelastung zu minimieren bzw. zu verhindern und eine Winterruhe in bester Wasserqualität zu gewährleisten. Auchdie Technik wie z.B. die Filteranlage sollte jetzt fachgerechtgereinigt und auf die Überwinterung vorbereitet werden.

Im Herbst müssen Koi ihre Energiereserven für den Winter ausreichend aufbauen. Bei noch warmen Temperaturen sollte energiereiches Futter verfüttert werden, um die Energiedepots zu pushen. Wenn die Temperaturen abnehmen – besonders unter 10°C – müssen die besonders gut- und leichtverdaulichen Tetra Pond Wheatgerm Sticks zum Einsatz kommen.

Winter

Je nach Anlage und Technik sollte die Filteranlage im Winter durchaus komplett außer Betrieb genommen werden – auch um Frostschäden zu vermeiden, in jedem Fall muss aber eine zu starke Strömung und Umwälzung im Koiteich vermieden werden. Wird der Teich geheizt, sollte die Erwärmung aber nur vor dem Hintergrund der Frostsicherheit erfolgen, ohne dass die Koi richtig aktiv werden können, denn Winterruhe sollte zum Jahreszyklus dazu gehören. Ohne Teichheizung sollte aber rechtzeitig dafür gesorgt werden, dass ein kleiner Teichbereich nicht zufrieren kann, um einen regulären Gasaustausch zwischen Teichwasser und der Luft zu ermöglichen. Es gibt dabei die unterschiedlichsten Möglichkeiten der Eisfreihaltung. Sollte z.B. eine kleine Pumpe dafür sorgen, darf diese nur im frostsicheren Flachbereich eingesetzt werden, damit es auf keinen Fall zu Umwälzungen des Wasserkörpers und Durchströmungen der tiefen Wasserregionen kommt, in denen die Koi ihre Winterruhe halten.

Im Winter sollte die Fütterung, wenn überhaupt auf Sparflamme erfolgen. Koi können und sollten immer dann mit Tetra Pond Wheatgerm Sticks gefüttert werden, wenn sie von allein aus fressen möchten. Wenn die Koi allerdings die Winterruhe am Teichgrund halten und nicht mehr an die Oberfläche kommen, sollte natürlich auch nicht mehr gefüttert werden

Frühling

Nach dem Winter stellt der Übergang zum Frühling eine echte Belastungsprobe für die Fische dar. Die Kondition ist nach der Winterruhe zwangsläufig nicht die beste, da die Fische von ihren Reserven leben mussten. Das Immunsystem ist durch die niedrigen Temperaturen noch nicht richtig „funktionsfähig“, wodurch die Fische sehr krankheitsanfällig sein können. Zuerst sollten die Koi nur mit den leicht verdaulichen Tetra Pond Wheatgerm Sticks versorgt werden, um die Energiedeopts wieder aufzufüllen. Wenn die Temperaturen über ca. 10°C ansteigen, sollte wieder energiereiches Koifutter verwendet werden.

Im Frühjahr ist es besonders wichtig, sämtliche Wasserwerte zu überprüfen. Sobald die Koi wieder aktiv sind, sollten schonende Teilwasserwechsel auf dem Programm stehen, um ihnen eine bestmögliche Wasserqualität zu bieten. Erst wenn die Wassertemperaturen wieder ansteigen, kommt z.B. auch die biologische Filterung wieder in Schwung. Es ist das A und O für das weitere Koi-Jahr, dass die Fische schnellstmöglich wieder eine gute Kondition erlangen – und das geht eben nur bei richtiger Fütterung und besten Umweltbedingungen.

Sommer

Im Sommer, wenn es im Teich angenehm warm wird und der Stoffwechsel der Koi optimal funktioniert, können die nun sehr aktiven Koi in ihrer vollen Farbpracht beobachtet werden. Ihre Vitalität kommt jetzt besonders intensiv zur Geltung und sie sollten vor Gesundheit strotzen. Sie sollten mit normalem hochwertigem Koifutter gefüttert werden, denn sie benötigen keine zusätzlichen Energielieferanten mehr. Allerdings ist Vorsicht bei der Futtermenge geboten, denn Koi zeigen selten, dass sie satt sind und würden Futter auch im Übermaß auffressen.

Aber Frühsommer bedeutet auch Laichzeit. Wenn die Fische ablaichen, sollte der Filter in dieser Zeit immer wieder bei Bedarf fachgerecht durchgespült werden. Die tägliche Kontrolle von Ammoniak- und Nitritwerten ist dann besonders wichtig, um gefährliche Wasserbelastungen zu erkennen, die schnell durch die massig vorhandenen Spermien und Eiern entstehen können. Im Teich ist deshalb auch eine gute Durchlüftung wichtig. Zudem empfiehlt es sich, die Koi etwas genauer zu beobachten, da Verletzungen in der Laichzeit an der Tagesordnung stehen können. Heißes Wetter über längere Zeit bedeutet zwangsläufig sehr warmes Wasser, was zu niedrigen Sauerstoffgehalten führt. Deshalb sollte in solchen Situationen, wie auch bei Algenproblemen, nicht nur tagsüber sondern auch nachts zusätzlich belüftet werden.

Beliebte Zuchtvarietäten

Die sogenannten Koi-Karpfen mit ihrem bunten Erscheinungsbild heißen in Japan Nishikigoi. In den mindestens 15 Hauptgruppen gibt es über 150 verschiedene Zuchtvarietäten. Die Benennung der sogenannten Japan-Koi setzt sich traditioneller Weise aus japanischen Begriffen zusammen. Qualitativ hochwertige Japan-Koi kosten auch als Jungtier mitunter schon mehrere Hundert Euro, der teuerste Koi der Welt soll für gut 1,5 Mio. Euro verkauft worden sein. Für weniger Geld sind im Allgemeinen europäische Nachzuchten zu bekommen, die aber mindestens genau so viel Freude machen können, wie ihre japanischen Verwandten.

Kohaku

Kohaku haben eine weiße Grundfarbe am gesamten Körper mit roter Zeichnung. Die rote Färbung sollte gleichmäßig getönt sein und eine klare Abgrenzung auf Kopf und Körper zum Weiß aufzeigen, das möglichst rein sein sollte. Unerwünscht sind gelbliche Haut und ein komplett roter Kopf bzw. rote Flossen. Kohaku können ein mittleres bis sehr gutes Wachstum erreichen und über 100 cm groß werden. Kohaku zählen zu den Gosanke und sind in japanischen Gebieten aber auch weltweit eine der beliebtesten Varietäten. Bekannte Formen sind z.B. der Tancho Kohaku, der Ginrin Kohaku, der Doitsu Kohaku, der Kikusui, der Aka Muji und der Shiro Muji. Makellose Koi erzielen die höchsten Preise und können sich zu den Grand Champions zählen.

Showa Sanshoku

Showa haben eine schwarze Grundfarbe am gesamten Körper mit roten und weißen Bereichen. Es wird zwischen der klassischen und der modernen Zuchtvariante unterschieden, wo der Weißanteil eine beachtliche Rolle spielt. Showa können ein mittleres bis sehr gutes Wachstum erreichen, werden aber selten über 100 cm groß.

Erwünscht sind kräftige und dynamische Zeichnungen, ein flächiges Schwarz an den Ansätzen der Brustflossen und eine schwarze V- bzw. Y-Zeichnung am Kopf. Unerwünscht hingegen ist eine zu frühe Entwicklung des Schwarz-Anteils. Showa zählen zu den Gosanke und haben somit ebenfalls ein gutes Potenzial, Grand Champion zu werden. Jungtiere können sehr teuer sein. Die bekanntesten Varianten sind z.B. der Tancho Showa, der Ginrin Showa, der Doitsu Showa, der Kin Showa und der Hi Showa.

Ogon

Ogon ist der traditionelle Begriff für metallic-einfarbige Koi, metallic-glänzende mehrfarbige Koi werden dagegen als Hikarimoyomono bezeichnet.
Ogon sind meist weiß, gelb oder rot und besitzen eine metallische Grundfarbe und werden eher selten größer als 75 cm. Diese Koi-Varietäten werden oft auch gerne mit den mehrfarbigen Koi vergesellschaftet, weil ihre klare einheitliche Färbung eine gewisse Ruhe im Koiteich ausstrahlt. Besonders eindrucksvoll und majestätisch wirken auch die Matsuba-Formen, die sich mit ihrer an Pinienzapfenmuster erinnernden Beschuppung besonders hervorheben. Bekannte Varietäten der metallic-glänzenden Koi sind z.B. der Yamato-Nishiki, der Yamabuki Hariwake, der Doitsu Yamabuki, der Hariwake, der Gin-Matsuba und der Platinum Ogon.

Bepflanzung

Koi und Wasserpflanzen sind eine Kombination, die normalerweise nicht gut zusammen passt. Pflanzen sind für Koi zunächst mal Nahrung – auch wenn sie ihnen dann vielleicht doch nicht so gut schmecken – und sie richten oft großen Schaden an, wenn sie diese fressen wollen. Auch das Auswühlen, besonders von jungen Pflanzen, spricht anscheinend gegen einen bepflanzten Koiteich. Aus diesem Grund wird ein solcher Teich oft sehr sparsam oder auch gar nicht bepflanzt. Nichtsdestotrotz sind abgegrenzte Flachwasserbereiche, Pflanzeninseln oder Pflanzenfilter eine empfehlenswerte Lösung, einen langfristig schön bepflanzten Koiteich im Garten zu haben.

Alle Pflanzen sorgen in der Wachstumszeit für den Entzug unerwünschter überschüssiger Nährstoffe aus dem Wasser, wodurch Algenprobleme vermieden werden können. Besonders Pflanzenfilter, d.h. vom Teichwasser durchströmte und stark bepflanzte, separate Bereiche sorgen durch die mechanische und biologische Filterung mit gleichzeitiger Nährstoffverwertung nicht nur für ein optimales biologisches Gleichgewicht sondern auch für klares Wasser. Auch Randbepflanzungen mit Schilf sehen nicht nur gut aus, sondern entziehen dem Teichwasser große Mengen belastender Nährstoffe.

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